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DEFA - Stiftung - Geräteproduktion

Geräteproduktion

1140 Geräteproduktion


Agenda

Die Zentren der deutschen Filmgerätefertigung liegen in München, Hamburg, Berlin (West). Von Bedeutung in der SBZ/DDR sind optische Industrie, Foto-Apparate- und Zubehörbau und Projektorproduktion in den Standorten Jena, Dresden, Berlin,  gewerbliche Kleinproduktion und Eigenproduktion der DEFA-Studios und Betriebe. 

DEFA- und DDR-Einrichtungen betreiben aktive Mitarbeit in internationalen Gremien.

Begünstigt durch mangelnde eigene Entwicklungs- und Produktionskapazität, führt die Arbeitsteilung im RGW zur Ausdünnung des Sortiments und Verlagerung wesentlicher Gerätefertigungen an auswärtige Standorte.

Eine eigenständige DEFA-Geräteproduktion wird nach kurzer Zeit aufgegeben. 


Struktur

1141  Wirtschaftsleitende Organe
1141.1  Ministerium für Leichtindustrie
1141.2  Ministerium für (Allgemeinen) Maschinenbau
1141.3  VVB Regelungstechnik, Gerätebau und Optik
1142  Fachgremien
1142.1  Arbeitsgruppe Filmprojektoren im RGW
1142.2  Arbeitsgruppe Filmtechnischer Gerätebau im RGW
1142.3  Arbeitsgruppe Optik im RGW
1142.4  Arbeitsgruppe Rohfilm im RGW
1143  Geräteproduktion
1143.1  VEB Gerätewerk 
1143.2  VEB DEFA Gerätewerk
1144  Geräteproduktion außerhalb DEFA


Legende

Entstehungsgeschichte Die Zentren der deutschen Filmgerätefertigung liegen in München, Hamburg, West-Berlin. Von Bedeutung in der SBZ/DDR sind optische Industrie (Jena, Dresden, Rathenow, Görlitz), Foto-Apparate- und Zubehörbau (Dresden) und Projektorproduktion (Jena, Dresden). Die Nachkriegssituation mit zerstörten Werken, der Verlagerung von Fertigungsstätten von Ost nach West und der Wegbruch traditioneller Handelsbeziehungen zwingt in den filmrelevanten Betrieben und in der DEFA zu Selbsthilfe. Die traditionellen Standorte werden übergeordneten staatlichen Wirtschaftsstrategien angepasst.

Status Die Fertigungsstätten erlangen den Status volkseigener Betriebe, sind Industrieministerien untergeordnet und unterliegen staatlicher Leitung und Planung der Wirtschaft.

Struktur Mit Geräteentwicklung und -produktion sind zeitweise folgende staatliche Institutionen befasst:

  • Staatliche Plankommission
  • Ministerium für Industrie (~ Maschinenbau, Schwermaschinenbau, Allgemeinen Maschinenbau)
  • Ministerium für Leichtindustrie
  • Ministerium für bezirksgeleitete und Lebensmittelindustrie
  • Ministerium für Chemie
  • Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik
  • Ministerium für Glas- und Keramikindustrie
  • Ministerium für Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinenbau
  • Ministerium für Post- und Fernmeldewesen
  • Das DEFA-Gerätewerk (1955-1963) ist der HV Film im MfK unterstellt. 

Produktion Zwischen industrieller Geräteproduktion und Teile-Herstellung besteht ein großer Unterschied. Kleine Losgrößen, Einzelfertigung, unkontinuierlicher Abruf, langes Vorhalten von Ersatzteilen sind wirtschaftliche Größen, die eine Produktion für  Herstellerbetriebe unökonomisch machen und planungsmäßig nicht zu beherrschen sind. Der Kostenaufwand von wissenschaftlich-technischer Entwicklung und Konstruktion, ins Verhältnis gesetzt zu Produktionsumfang, Abnehmerzahl und Exportmöglichkeit, ist unvergleichbar hoch und nicht aus dem Boden zu stemmen.

Geräte gehen aus Entwicklungen der 1930/40er Jahre hervor und entsprechen in optischer und feinmechanischer Güte den Qualitätsanforderungen. Das Now-how in der Filmtechnik liegt aber bei den westdeutschen (und ausländischen) Firmen.

„Den Anstrengungen der DEFA (ist) es bisher nicht gelungen, unsere Industrie für die Anfertigung der erforderlichen Apparaturen zu interessieren. Die Beschaffung aus Westdeutschland und dem Ausland ergab in jedem Jahr große Schwierigkeiten.“ (DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme, 1954)

Die filmtechnische Geräteproduktion gliedert sich folglich in industrielle Fertigung  ausgewählter Produktlinien, handwerklich-gewerbliche Kleingerätefertigung und Eigenbau der DEFA-Studios und Betriebe.

Industrieproduktion konzentriert sich auf Wiedergabetechnik für 35-mm- und 16-mm-Format in den Werken Carl Zeiss Jena und Zeiss-Ikon Dresden, bei letzterem darüber hinaus auf Schneidetische (KS 3, Pentacut) und Amateurfilmtechnik (Normal-8, Super-8, 16-mm/semiprofessionell). Die Entwicklung professioneller 16-mm-Technik steht im direkten Zusammenhang mit der fehlenden Bereitstellung des dafür benötigten Farb(negativ)fims durch > Filmfabrik ORWO Wolfen und wird deshalb nicht weiter verfolgt. (Wie bei > Agfa/ORWO Wolfen wird in Dresden mit Einführung der Penta-Produktlinien (Penti, Pentaflex, Pentacut; Pentacon/Praktica)) das neue Waren- und Firmenzeichen Pentacon vorbereitet und eingeführt (1964).)

Kleinfertigung von Geräten und Geräteteilen wird in einer Vielzahl von volkseigenen, genossenschaftlichen und privaten Fertigungsstätten betrieben bzw. ermöglicht. In der Praxis entscheidet darüber zumeist Eigeninitiative der DEFA-Studios und Direktbeziehung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer.

Die jährlichen Bedarfsmengen (z.B. Scheinwerfer: 1000 St./2 KW, 500 St./5 KW, 100 St./10 KW) zeigen an, wie wirtschaftlich unbedeutend die Größenordnungen sind. Hochgerechnet auf Produktionskosten, technisches Niveau, Import-Valutaquote und Exportfähigkeit der Filme fällt die Rechnung anders aus, rechtfertigt aber noch immer nicht den Auf- und Ausbau diesbezüglicher industrieller Fertigungen.

Geräte und Produzenten > Übersicht

Eigenbau der DEFA bzw. der DEFA-Studios, Betriebe und Einrichtungen ist beim Wiederaufbau der Ateliers, der Komplettierung der Bild- und Tonaufnahme- und Endfertigungstechnik, des Lückenschlusses bei Lieferausfällen bzw. -verzögerungen, der Ersatzteilversorgung und der konstruktiven Lösung neuartiger Verfahren (Übergang vom Schwarz-Weiß-Film zum Farbfilm, 4-Kanal-Magnettechnik, Breitbild, 70-mm-Film) angesagt. Im DEFA-Studio für Spielfilme werden dafür Konstruktionsbüro und Anlagenbau eingerichtet, in anderen DEFA-Studios Werkstätten vorgehalten (> Studiotechnik).

Der Bedarf an einer zentralen Produktionsstätte für Filmgeräte führt zur Unterstellung eines Konstruktionsbüros der HV Feinmechanik und Optik des Ministeriums für Maschinenbau unter die HV Film des MfK als DEFA-Gerätewerk (1955). Das Produktionssortiment umfasst binnen kurzem Magnetköpfe, Densito- und Sensitometer, Umrolltische, Entwicklungsmaschinen, Entsilberungsanlagen, Trockenmaschinen, Filmmeterzähler. Nach Bedarfsdeckung verlegt sich das DEFA-Gerätewerk auf die Produktion von Röntgenfilm-Entwicklungsmaschinen. Damit erweist es sich für die Spezifik der Betriebe, die der HV Film untergeordnet sind, als betriebsfremd und wird dem VEB Pentacon Kamera- und Kinowerke Dresden zugeordnet (1964).

Lichtspieltheater-Ausstattung und Betreuung > Kinotechnik

Die DDR drängt frühzeitig auf Internationalisierung im Gerätebau (> Technische Leitung). Das „Komplexprogramm für die weitere Vertiefung und Vervollkommnung der Zusammenarbeit und Entwicklung der sozialistischen ökonomischen Integration der Mitgliedsländer des RGW“ (1971) soll durch die Sortimentsaufteilung auf Sparten und Länder gewährleisten, dass auch Produktionen kleinerer Größenordnung wirtschaftliche Dimensionen annehmen können.

Die DDR gibt bestimmte film- und kinospezifische Produktionen (16mm-Kameras und -technik, Projektoren, Schneidetische, Kopiermaschinen) an andere RGW-Länder ab, ohne dafür immer ein qualitativ und quantitativ gleichwertiges Äquivalent zu erhalten. Die Produktion des Projektors (D 2) sowie der Tonfilm-Kofferanlage (TK 35) wird eingestellt (1975) und durch Importe aus der CSSR (Meopta-Projektoren) und der UdSSR (KN 35) ersetzt. Lieferschwierigkeiten führen zu Engpässen und zur Kompensation der Ausfälle durch Ersatzproduktion (Einzelfertigung) und NSW-Import. Eine nüchterne Bestandsaufnahme ergibt zudem, dass die DDR-Produktion zwar brauchbare und robuste Geräte, aber keine international konkurrenzfähigen Innovationen aufweist und bei Kameras, Schneidetischen, Scheinwerfern, Projektoren, Kopiermaschinen vom internationalen Qualitäts- und Produktionsniveau abgekoppelt ist. Aus Gründen der Valuta-Einsparung werden westdeutsche Entwicklungen nachgearbeitet. Bestimmte Geräte sind im Inland brauchbar und werden bei Ausbleiben der RGW-Lieferungen in geringen Stückzahlen nachproduziert (z.B. Scheidetisch Pentacut).

Rechtsfragen Wesentlichen Anteil am Auf- und Ab von Entwicklung, Konstruktion, Produktion und Vertrieb (Export) film- und kinotechnischer Geräte hat das Warenzeichenrecht, das in der Regel bei den westdeutschen Niederlassungen ehemals ostdeutscher Firmen liegt, sowie die Umstellung und Einführung neuer Warenzeichen und Produktlinien (> Rohfilm).


Quellen

Bestände

  • BArch    Staatliche Plankommission (DE 1)
  • Ministerium für Kultur, HV Film (DR 1)
  • Ministerium für Maschinenbau (DG 3)
  • Ministerium für Leichtindustrie (DG 4)
  • Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik (DG 10)

Rechtsvorschriften

  • Warenzeichengesetz vom 17. Februar 1954 (GBl. S. 216)
  • AO vom 20. Juni 1960 über die Bildung der VVB Regelungstechnik, Gerätebau und Optik (GBl. II Nr. 22 S. 233)

Beschlüsse

  • Beschl. vom 23.9.1963 über die Sicherung des Exports der Kamera- und Kinoindustrie der DDR.
  • Präsidium des Ministerrates, 137. Sitzung, Pkt. 5a (BArch, DC 20/I/4-812)
  • Einstellung der Produktion von transportablen Filmwiedergabeanlagen in der DDR, in: Maßnahmen zur langfristigen Entwicklung der kulturpolitischen Arbeit mit dem Film auf dem Lande. Sekretariat des ZK der SED, Protokoll Nr. 141 vom 10.12.1975 (SAPMO-BArch, DY 30/J IV 2/3/2397; 2/3A/2771-2)
  • Beschl. über die Entwicklung der Kameraindustrie einschl. der Foto-Kino-Industrie zur Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung und zur Erfüllung der Exportaufgaben. Präsidium des Ministerrates, Beschluß 02-172/7/76 vom 5.2.1976 (BArch, DC 20/I/4-3500)

Berichte

  • Produktion von Schmalfilmprojektoren SK 16 S(stumm) und SK 16 T (Ton) für die Versorgung der Schulen, ZFB/Hortzschansky – SFK/Schwab, Schriftwechsel 1952-1953 (BArch, DR 1/4441a)
  • Allgemeine Orientierung über die von den beiden Zeiss Betrieben hergestellten Geräte und Apparate für die Filmindustrie, SFK/Meister, Reisebericht vom 24.-26.11.1953 (BArch, DR 1/4007)
  • Filmtechniker-Konferenz, Protokoll, 31-1.1956, Berlin (BArch, DR 1/7919)
  • Resolution der Arbeitsbesprechung der Filmtechniker der sozialistischen Länder, Berlin, 5.-21.9.1958 (BArch, DR 1/7787)
  • Antrag an die SPK zwecks Antrag bei den zuständigen Organisationen des RGW zur Bildung einer Fachsektion Filmtechnischer Gerätebau, 3.11.1958 (BArch, DR 1/7787)
  • Zustimmung des Büro des RGW zu dem von deutscher Seite eingebrachten Vorschlag, eine selbständige Arbeitsgruppe „Filmtechnischer Gerätebau“ innerhalb der Kommission Maschinenbau, Sektion 8, zu bilden; VVB Film an MfK/StS Wendt, 24.2.1960 (BArch, DR 1/7729)
  • Ausgliederung des VEB DEFA-Gerätewerk Berlin-Friedrichshagen aus dem MfK und Unterstellung unter VVB Regelungstechnik, Gerätebau, Optik im VEB Kombinat Pentacon als Betriebsteil 6 (VMMfK. 7/63 Teil 1 lfd. Nr. 25)
  • Wirtschaftsleitendes Organ für die Entwicklung und Fertigung von Filmprojektoren und sonstigen Geräten für die Filmwiedergabe: VVB Regelungstechnik, Gerätebau und Optik (1965) (BArch, DR 1/4220)
  • Bericht über Ergebnisse und Probleme der Realisierung des Komplexprogrammes, o.D., Präsidium des Ministerrates, Sitzung vom 21.6.1972, Anlage zum Protokoll (DC 20/I/4-2675)


Literatur

  • Wilkening, Albert: Übersicht über die technische Entwicklung, in: Auf neuen Wegen, 5 Jahre fortschrittlicher deutscher Film, Berlin 1951
  • Wilkening, Albert: Geschichte der DEFA von 1945-1950, Betriebsgeschichte des VEB DEFA Studio für Spielfilme, Teil 1; Babelsberg .o.J. (1981)
  • Wilkening, Albert: Die DEFA in der Etappe 1950 bis 1953, in: Betriebsgeschichte des VEB DEFA Studio für Spielfilme, Teil 2; Babelsberg .o.J. (1984)
  • Komplexprogramm für die weitere Vertiefung und Vervollkommnung der Zusammenarbeit und Entwicklung der sozialistischen ökonomischen Integration der Mitgliedsländer des RGW, Die Wirtschaft Nr. 32/71
  • Uschakow, Alexander: Integration im RGW, Dokumente, Baden-Baden 1983
  • Ahrens, Ralf: Gegenseitige Wirtschaftshilfe? Die DDR im RGW – Strukturen und handelspolitische Strategien 1963-1976, Weimar 2000
  • Schulze, A.R.: Technisches Kinotaschenbuch, Zeiss Ikon, Selbstverlag, Dresden
  • Hummel, Richard: Kalendarium zur 150jährigen Geschichte des Dresdner Kamerabaus, Leipzig 1992
  • Göllner, Peter: Ernemann Cameras. Die Geschichte des Dresdner Photo-Kino-Werks, Hückelhoven 1995
  • Schreiner, Katharina; Das Zeiss-Kombinat 1975-1989, Jena 1999
  • Jehmlich, Gerhard: Zeiss Ikon AG im Zeitabschnitt 1926 bis 1972, in: Zeiss Ikon AG Dresden, Dresden 2001